Wenn Sie den Namen Movado hören, denken Sie wahrscheinlich an das berühmte Museum Dial: ein klares, minimalistisches Zifferblatt mit einem einzigen Punkt bei 12 Uhr. Es ist eine Ikone – aber dieses gefeierte Design ist nur ein Teil einer viel größeren Geschichte, der Movado Group.
Das ist nicht nur eine einzelne Marke. Es ist ein globaler Name in der Uhrenwelt – ein Portfolio, das tief verwurzeltes Schweizer Uhrmacher-Erbe mit dem Puls moderner Mode verbindet.
Was die Movado Group ausmacht
Im Kern ist der Ansatz der Movado Group schlicht, aber wirkungsvoll. Einerseits besitzt und pflegt sie eine kleine Familie historischer Schweizer Marken, jede mit ihrer eigenen Geschichte. Andererseits arbeitet sie mit einigen der größten Namen der Mode zusammen und nutzt ihr uhrmacherisches Know-how, um Zeitmesser zu fertigen, die deren unverwechselbaren Stil einfangen.
Diese Struktur bedeutet, dass die Gruppe ein breites Publikum anspricht. Sie bietet etwas für Uhrenliebhaber, die mechanisches Handwerk schätzen, und zugleich etwas für modebewusste Menschen, die ein stilvolles Accessoire ihres Lieblingsdesigners suchen. Es ist eine Mischung aus zeitloser Tradition und aktuellen Trends.
Ein Portfolio aus eigenen und lizenzierten Marken
Die Stärke der Gruppe kommt aus ihrer vielfältigen Markenfamilie, die sich in zwei klar unterscheidbare Lager einteilen lässt:
- Eigene Heritage-Marken: Sie bilden das Fundament und stehen für die Hingabe der Gruppe an die Schweizer Uhrmacherei. Zu diesem Trio gehören Movado, Ebel und Concord – eine Marke mit einer reichen Geschichte in der Fertigung markanter, luxuriöser Zeitmesser.
- Lizenzierte Fashion-Marken: Hier schlägt die Brücke zur Modewelt. Die Gruppe entwirft und produziert Uhren für Labels wie Coach, Tommy Hilfiger, Hugo Boss und Lacoste. So kann die Movado Group die große Strahlkraft dieser Designer nutzen und modische, zugängliche Uhren für ein breites Publikum schaffen.
Dieser strategische Mix ist entscheidend für die Beständigkeit der Movado Group. Indem das Unternehmen die klassische Anziehungskraft seiner Swiss-Made-Uhren mit der Popularität seiner Fashion-Marken verbindet, bleibt es im Markt relevant und erfolgreich.
Um zu verstehen, worum es bei der Movado Group geht, muss man über dieses eine Zifferblatt hinausblicken. Es geht darum, die kluge Konstruktion eines Unternehmens zu erkennen, das sowohl die Kunst traditioneller Zeitmessung als auch den Takt moderner Stilwelten versteht. In diesem Leitfaden werfen wir einen Blick auf das Erbe, die Marken, die Qualität und die Vision, die die Gruppe zu einer festen Größe in der Uhrenindustrie machen.
Die Entwicklung eines Uhrmacherunternehmens
Die Geschichte der Movado Group beginnt nicht in einem Vorstandsbüro, sondern im Jahr 1881 in La Chaux-de-Fonds, dem Herzen der Schweizer Uhrmacherei. Ein 19-jähriger Unternehmer namens Achille Ditesheim eröffnete dort mit sechs Uhrmachern eine Werkstatt.
Sein Ziel war von Anfang an, Uhren zu bauen, die nicht nur mechanisch zuverlässig, sondern auch schön gestaltet sind. Dieser Fokus auf Innovation hob das Unternehmen ab. Der Name, den er schließlich wählte, Movado, bedeutet auf Esperanto „immer in Bewegung“ – ein passender Name für den zukunftsorientierten Geist der Marke.
Frühe Meilensteine im Design
Lange bevor Movado für seinen minimalistischen Look berühmt wurde, erarbeitete sich die Marke einen Ruf für pfiffige, künstlerische Uhrmacherei. Sie scheute sich nicht, mit Form und Funktion zu spielen – und brachte dadurch einige bemerkenswerte Zeitmesser hervor.
Ein paar frühe Entwürfe zeigen die kreative Ader der Marke:
- Die Polyplan (1912): Diese Uhr war eine clevere Lösung für ein verbreitetes Problem. Damit eine Armbanduhr angenehm dem Handgelenk folgt, konstruierte Movado ein Werk, das auf drei getrennten Ebenen aufgebaut ist. So konnten Gehäuse und Mechanik einer natürlichen, ergonomischen Krümmung folgen – eine Leistung der Mikrotechnik.
- Die Ermeto (1926): Teils Taschenuhr, teils Reiseuhr: Die Ermeto war ein praktisches Design. Es handelte sich um eine rechteckige Uhr in einem schützenden, lederbezogenen Gehäuse. Das Raffinierte daran: Allein das Auf- und Zuschieben des Gehäuses zog die Uhr automatisch auf. Sie wurde zum Favoriten von Reisenden, die einen robusten, zuverlässigen Zeitmesser brauchten.
Diese frühen Erfolge festigten Movados Ruf als Uhrmacher, der technische Kompetenz mit kreativem Problemlösen verbindet. Doch der prägendste Moment sollte erst noch kommen.
Die Unternehmensgeschichte zeigt ein klares Bekenntnis zur Innovation – von der mechanischen Konstruktion der Polyplan bis zur cleveren Funktionalität der Ermeto. Jeder Schritt ging über das reine Zeitablesen hinaus; es ging darum, neu zu denken, was eine Uhr sein kann.
Die Geburt einer Ikone: das Museum Dial
Das Jahr 1947 war ein Wendepunkt – nicht nur für Movado, sondern für das Uhrendesign insgesamt. Der amerikanische Künstler Nathan George Horwitt, inspiriert vom Bauhaus-Prinzip, dass „Einfachheit die höchste Form der Raffinesse“ sei, entwarf ein Zifferblatt von bemerkenswerter Klarheit.
Alle Ziffern und Indizes waren verschwunden. Stattdessen zeigte das Zifferblatt einen einzelnen Punkt bei 12 Uhr, als Symbol der Sonne im Zenit, während die Zeiger die Bewegung der Erde nachzeichnen. Es war abstrakt, modern und für seine Zeit völlig anders.
Unten sehen Sie eine moderne Interpretation von Horwitts Design, das seitdem der Anker der Markenidentität geblieben ist.
Dieses Bild fängt das aufgeräumte Zifferblatt der Movado Museum Uhr ein – ein Design, das zu einem Kunstwerk geworden ist. Seinen Platz in der Geschichte sicherte es sich im Jahr 1960 , als das Museum of Modern Art in New York das Zifferblatt in seine ständige Sammlung aufnahm und damit seinen Status als Meilenstein des Designs des 20. Jahrhunderts festschrieb.
Von einer einzelnen Marke zu einer globalen Gruppe
Mit diesem ikonischen Design als Grundpfeiler wuchs Movado weiter. Die Transformation zur modernen Movado Group begann jedoch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, als das Unternehmen über den eigenen Namen hinausblickte. Es erkannte das Potenzial, ein vielfältiges Markenportfolio aufzubauen.
Durch eine Reihe von Übernahmen und Lizenzvereinbarungen begann das Unternehmen zu expandieren. Dieser strategische Schritt erlaubte es Movado, seine Expertise in Uhrenfertigung und Vertrieb auf andere Marken anzuwenden – und so die vielschichtige Gruppe zu formen, die wir heute kennen. Diese Reise von einer Schweizer Werkstatt zu einem globalen Namen in der Modewelt verleiht der Movado Group ihre besondere Position: das eigene Erbe zu bewahren und zugleich den Puls der breiteren Fashion-Welt zu spüren.
Ein Blick in das Markenportfolio der Movado Group
Um die Movado Group zu verstehen, hilft es, sie als Sammlung eigenständiger Uhrenmarken zu sehen. Ihre Stärke liegt in einer zweiteiligen Strategie, die sowohl Enthusiasten als auch das breitere, modebewusste Publikum anspricht. Das gesamte Portfolio ist eine Balance aus Tradition und modernen Trends und lässt sich in zwei Hauptkategorien teilen.
Auf der einen Seite stehen die Marken, die der Gruppe direkt gehören – die Säulen ihrer uhrmacherischen Identität, jede mit einer reichen Schweizer Geschichte. Auf der anderen Seite gibt es eine große, ständig wechselnde Reihe lizenzierter Marken. Hier arbeitet die Gruppe mit globalen Modegiganten zusammen, um Uhren zu schaffen, die deren einzigartigen Stil einfangen. Diese Struktur verschafft der Movado Group in nahezu jedem Segment des Uhrenmarkts eine Präsenz.
Die eigenen Kernmarken
Im Zentrum der Movado Group stehen ihre drei Flaggschiffmarken, jede mit ihrer eigenen Geschichte und Design-DNA. Hier sind die Schweizer Wurzeln der Uhrmacherei am deutlichsten zu spüren.
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Movado: Die Marke, mit der alles begann – geprägt von künstlerischem Minimalismus. Weltweit bekannt für das ikonische Museum Dial, richtet sich Movado an Menschen, die eine Uhr als Stück moderner Kunst sehen. Die Identität baut auf Schlichtheit und zurückhaltender Eleganz. Wenn Sie diese klare Ästhetik anspricht, vertieft unser Guide zu den besten minimalistischen Uhren diese Designphilosophie.
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Ebel: Oft als „The Architects of Time“ bezeichnet, hat Ebel eine Geschichte darin, Uhren zu entwickeln, die fließende Linien mit technischem Können verbinden. Der typische Look setzt auf weiche Kurven und integrierte Armbänder – für ein reiferes Publikum, das anspruchsvolles, zeitloses Design mit europäischem Einschlag schätzt.
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Concord: Von den drei eigenen Marken ist Concord am deutlichsten im Luxussegment verortet. Die Marke hat den Ruf, markante, technisch beeindruckende und oft avantgardistische Zeitmesser zu bauen. Concord richtet sich an Enthusiasten, die mutiges Design und hochwertige Uhrmacherei zu schätzen wissen.
Dieses Trio ist das Fundament des Rufes der Gruppe. Movado ist am bekanntesten, doch Ebel und Concord sorgen für Tiefe und zeigen ein breites Spektrum Schweizer Uhrmacherkunst – von klassischer Eleganz bis zu selbstbewusstem Luxus.
Dieses Fundament in der traditionellen Uhrmacherei gibt der Gruppe die Glaubwürdigkeit, in der schnelllebigen Modewelt zu agieren.
Das lizenzierte Fashion-Portfolio
Hier wird die Marktreichweite der Movado Group besonders deutlich. Durch die Lizenzierung von Modemarken kann die Gruppe Uhren für ein globales Publikum produzieren, das oft mehr Wert auf Stil und Markenbekanntheit als auf Werkmechanik legt. Es ist eine kluge Partnerschaft: Die Modemarke liefert Namen und Designvision, während die Movado Group die Fertigungskapazität einbringt.
Ziel ist es, die Essenz jeder Modemarke zu erfassen und in einen Zeitmesser zu übersetzen. Das führt zu einer breiten Designvielfalt, die die Identitäten der Partner widerspiegelt. Die Zielgruppe ist häufig jünger, trendbewusster und sucht ein Accessoire, das zum eigenen Stil passt.
Damit Sie eine bessere Vorstellung davon bekommen, wie dieses Portfolio aufgebaut ist, hier eine Übersicht, wo die einzelnen Marken einzuordnen sind.
Markenstufen und Identität der Movado Group
| Markenstufe | Markenname | Kernidentität & Zielgruppe |
|---|---|---|
| Luxury (eigene Marke) | Concord | Avantgardistischer Luxus und technische Innovation für anspruchsvolle Sammler. |
| Premium (eigene Marke) | Ebel | Anspruchsvolle, zeitlose europäische Eleganz mit Fokus auf Design. |
| Accessible Luxury (eigene Marke) | Movado | Moderne Kunst und minimalistisches Design für stilbewusste Menschen. |
| Licensed Fashion | Coach | Klassischer, verspielter amerikanischer Stil mit charakteristischem Branding. |
| Licensed Fashion | Hugo Boss | Klar, modern und professionell – eine Ästhetik für Business-orientierte Käufer. |
| Licensed Fashion | Lacoste | Lässige, sportliche und farbenfrohe Designs für einen aktiven Lebensstil. |
| Licensed Fashion | Tommy Hilfiger | Markanter, preppy All-American-Stil mit jugendlichem Spirit. |
Wie Sie sehen, ist das Lizenzmodell ein starker Motor für das Geschäft. Es ermöglicht der Gruppe, mit wechselnden Modetrends Schritt zu halten und Menschen über Marken zu erreichen, denen sie bereits vertrauen. Während die Werke in diesen Uhren anders sind als in ihren Swiss-Made-Pendants – häufig zuverlässige japanische Quarzwerke – liegt der Fokus darauf, ein qualitatives Produkt zu liefern, das dem Namen des Fashion-Labels gerecht wird.
Durch das Management dieses vielfältigen Portfolios hat die Movado Group ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell aufgebaut. Die eigenen Marken tragen das Erbe der klassischen Uhrmacherei und verleihen Prestige und Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig sorgen die lizenzierten Marken für Volumen und halten die Gruppe nah am Puls der zeitgenössischen Mode. Dieser zweigleisige Ansatz ist entscheidend für den langfristigen Erfolg in der Uhrenwelt.
Ein Blick ins Innere der Zeitmesser
Während der Name auf dem Zifferblatt eine Geschichte erzählt, findet sich der Charakter einer Uhr in dem, was im Gehäuse tickt. Die Movado Group versteht diese Unterscheidung und geht bei Werken und Materialien innerhalb ihrer Markenfamilie strategisch vor. Die inneren Komponenten werden sorgfältig an Zweck und Positionierung jeder Marke angepasst.
Das bedeutet: Der „Motor“ einer anspruchsvollen Ebel ist grundsätzlich ein anderer als der einer trendigen Lacoste-Uhr – und das aus gutem Grund. Die eine steht in der Tradition mechanischer Uhrmacherei, die andere soll zuverlässigen, zugänglichen Stil liefern. Schauen wir uns an, was die Qualität ausmacht, die Sie erwarten können.
Quarz- vs. Automatikwerke
Das Herz jeder Uhr ist ihr Uhrwerk, oder Kaliber – der komplexe Mechanismus, der die Zeit misst. Im Portfolio der Movado Group finden Sie vor allem zwei Typen, jeder mit eigenen Vorteilen.
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Quarzwerke: Sie sind die Arbeitstiere der modernen Uhrenwelt. Ein Quarzwerk wird von einer Batterie angetrieben und nutzt einen elektronischen Oszillator, der durch einen Quarzkristall geregelt wird, um sehr präzise zu laufen – bei minimalem Aufwand. Diese Zuverlässigkeit und der niedrigere Preis machen Quarz zur passenden Wahl für die lizenzierten Fashion-Marken der Gruppe wie Tommy Hilfiger und Coach.
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Automatikwerke: Für Uhrenenthusiasten stehen Automatikwerke für die Kunst der traditionellen Uhrmacherei. Statt einer Batterie sind sie kleine mechanische Maschinen, die durch die Bewegung des Handgelenks angetrieben werden. Beim Tragen dreht sich ein Rotor und zieht eine Zugfeder auf, die Energie speichert und wieder abgibt, um die Uhr anzutreiben.
Diese mechanische Natur ist der Grund, warum Automatik-Kaliber den Schweizer Kernmarken der Gruppe vorbehalten sind: Movado, Ebel und Concord. Sie erfordern beim Zusammenbau ein höheres Maß an Handwerk und sind eine direkte Verbindung zum Erbe der Schweizer Horologie. Während die meisten dieser Werke von bewährten Schweizer Lieferanten wie ETA und Ronda stammen, lohnt es sich, den Unterschied zu kennen. Für einen tieferen Einstieg erklärt unser Guide, was ein Inhouse-Uhrwerk ausmacht.
Die Wahl zwischen Quarz und Automatik ist bewusst. Für modegetriebene Marken liefert Quarz Präzision und Zugänglichkeit. Für die Heritage-Marken ist der ruhige, gleitende Sekundenzeiger einer Automatik ein Zeichen von Qualität und Tradition.
Materialien und Verarbeitungsqualität
Neben dem Uhrwerk sind die Materialien, aus denen eine Uhr gefertigt ist, entscheidende Hinweise auf Qualität und Haltbarkeit. Die Movado Group hält über das gesamte Portfolio hinweg einen soliden Qualitätsstandard, doch die konkreten Materialien spiegeln oft die Marktpositionierung der jeweiligen Marke wider.
Hier sind einige Schlüsselmaterialien, die Haptik und Langlebigkeit ihrer Uhren prägen:
- Gehäusematerial: Die große Mehrheit der Uhren der Movado Group verwendet 316L Edelstahl. Das ist eine hochwertige, korrosionsbeständige Legierung, die Stärke und Glanz hervorragend ausbalanciert – der Industriestandard für hochwertige Zeitmesser.
- Glas: Die klare Abdeckung, die das Zifferblatt schützt, ist fast immer Saphirglas, insbesondere bei den Swiss-Made-Marken. Saphir ist extrem hart und praktisch kratzfest – genau das, was man möchte, damit das Zifferblatt dauerhaft makellos wirkt. Einige Fashion-Modelle können gehärtetes Mineralglas nutzen; das ist ebenfalls robust, aber kratzanfälliger als Saphir.
- Beschichtungen: Um beliebte Gold-, Roségold- oder Schwarz-Finishes zu erzielen, nutzen viele Uhren eine Technik namens PVD (Physical Vapour Deposition) -Beschichtung. Dabei wird eine dünne, widerstandsfähige Materialschicht auf den Edelstahl aufgebracht. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die verschleiß- und ausbleichbeständiger ist als ältere Galvanik-/Plattierungsverfahren.
Diese Komponentenwahl stellt sicher, dass – ob Sie sich wegen des Modefaktors oder wegen mechanischer Uhrmacherkunst entscheiden – die Uhr einem Standard entspricht, der dem Namen auf dem Zifferblatt gerecht wird.
Geschäftsstrategie und Marktposition
Um ein Gefühl für Movados Rolle in der Uhrenwelt zu bekommen, muss man über die Uhren selbst hinausblicken und sehen, wie das Geschäft geführt wird. Die Movado Group ist so lange erfolgreich, weil sie einen Balanceakt beherrscht: Sie stützt sich auf traditionelle Großhandelsbeziehungen und baut gleichzeitig eine stärkere, direkte Verbindung zu ihren Kunden auf.
Dieser zweigleisige Ansatz ist entscheidend für ihre Beständigkeit. Auf der einen Seite ist die Gruppe tief mit großen Warenhäusern und Schmuckhandelsketten verbunden. Dieses Großhandelsnetz ist das Rückgrat des Geschäfts und bringt die breite Markenpalette vor Millionen potenzieller Käufer.
Gleichzeitig investiert die Gruppe stärker in Direct-to-Consumer (DTC). Das bedeutet: die eigenen Marken-Websites verbessern und das Netz physischer Outlet-Stores ausbauen. Direkt zu verkaufen gibt ihnen Kontrolle über das Kundenerlebnis und liefert ehrliches Feedback von den Menschen, die ihre Zeitmesser kaufen und tragen.
Ein fein abgestimmtes Finanzmodell
Die Unternehmenszahlen zeigen diese Strategie in der Praxis. Der größte Teil des Geschäfts – rund 72.76% des Gesamtumsatzes – kommt über Großhandelspartner. Der Direct-to-Consumer-Anteil ist zwar kleiner, macht aber dennoch beachtliche 26.87% aus. Dieser Mix bietet die Reichweite von Handelspartnerschaften und zugleich die besseren Margen des Direktvertriebs. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund $750 million funktioniert das Modell.
Diese finanzielle Stabilität erlaubt es der Gruppe, stark in Marketing zu investieren – ein entscheidender Faktor, um die Marken im Rampenlicht zu halten. Indem sie ihr Schweizer Erbe neben den modernen, modeorientierten Lizenzmarken betont, schafft sie eine eigenständige Stimme in einem umkämpften Markt. Es ist ein ähnliches Vorgehen wie bei anderen Branchengrößen wie Fossil, die wir in unserem Guide zur passenden Fossil-Uhr behandeln.
Zukunftsbild und digitale Präsenz
In der heutigen Welt weiß eine globale Marke wie die Movado Group, dass eine zukunftsorientierte Strategie eine starke, zugängliche digitale Präsenz einschließen muss. Das heißt, auf Dinge wie ADA website compliance guidelines zu achten, damit jeder Kunde online mit den Marken in Kontakt treten kann. Dieser Fokus auf eine inklusive, moderne Customer Journey ist ein wichtiger Teil des langfristigen Plans.
Indem die Gruppe Groß- und Einzelhandelsaktivitäten ausbalanciert, hat sie ein Geschäftsmodell aufgebaut, das sowohl robust als auch flexibel ist.
Die Fähigkeit des Unternehmens, sich sowohl in der traditionsreichen Welt des Großhandels als auch in der dynamischen Landschaft des Direktvertriebs zu bewegen, ist zentral für seinen anhaltenden Erfolg. Diese operative Balance stellt sicher, dass die Uhren nicht nur gut gemacht, sondern auch breit verfügbar sind.
Dieses solide Fundament gibt der Movado Group die Stärke, ihre Traditionen zu pflegen und sich zugleich mit modernen Einkaufsgewohnheiten weiterzuentwickeln – und festigt ihren Status als einflussreiche Kraft in der globalen Uhrenindustrie.
Ihre Fragen zur Movado Group – beantwortet
Wenn wir die Welt der Movado Group betrachten, tauchen ein paar Fragen immer wieder auf. Gehen wir einige der häufigsten an, die wir von Sammlern und Erstkäufern hören.
Sind alle Uhren der Movado Group Swiss Made?
Das ist eine sehr gute Frage – und die Antwort trifft den Kern des Geschäftsmodells der Movado Group. Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht alle sind es.
Das Label „Swiss-Made“ ist den Flaggschiffmarken der Gruppe vorbehalten, Movado, Ebel und Concord. Bei diesen Namen gehören Schweizer Herkunft und Technik zur Identität.
Die lizenzierten Fashion-Marken wie Hugo Boss oder Tommy Hilfiger sind anders aufgebaut. Sie verwenden typischerweise hochwertige, zuverlässige Quarzwerke aus Asien. So können sie sich auf Stil und Zugänglichkeit konzentrieren und ein Preisniveau treffen, das für modebewusste Käufer sinnvoll ist. Wenn Sie sicher gehen wollen, prüfen Sie das Zifferblatt oder den Gehäuseboden auf den Schriftzug „Swiss Made“ oder „Swiss Movement“.
Was macht das Movado Museum Dial so berühmt?
Das Museum Dial ist aus einem Grund ikonisch: seine radikale Schlichtheit. Als der Künstler Nathan George Horwitt es im Jahr 1947 entwarf, warf er das Regelwerk über Bord. Er entfernte Zahlen und visuelles „Rauschen“ und ließ sich vom Bauhaus inspirieren, das klare, funktionale Gestaltung in den Mittelpunkt stellte.
Seine Vision ist pur: Der einzelne Punkt bei 12 Uhr steht für die Sonne im Zenit, und die darunter laufenden Zeiger symbolisieren die ständige Rotation der Erde.
Es war eine komplette Neuinterpretation dessen, wie man Zeit anzeigen kann. Diese minimalistische Philosophie war so wegweisend, dass das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) das Design im Jahr 1960 in seine ständige Sammlung aufnahm. Das machte es vom bloßen Zifferblatt zu einer Ikone der Moderne des 20. Jahrhunderts.
Warum lizenziert die Movado Group so viele Fashion-Marken?
Das ist entscheidend für Reichweite und Erfolg der Movado Group. Die Lizenzstrategie ist eine Win-win-Situation. Modehäuser bringen ihre weltweit bekannten Markennamen und trendprägenden Designs ein. Im Gegenzug liefert die Movado Group ihre Kompetenz in Uhrenfertigung, Qualitätskontrolle und ein riesiges globales Vertriebsnetz.
Dieser Ansatz erlaubt es der Gruppe, einen großen Markt von Kunden zu erreichen, die von Stil und Markentreue getrieben werden. Gleichzeitig entsteht ein vielfältiges und finanziell robustes Geschäft. Das Prestige der Swiss-Made-Marken strahlt als Qualitätsversprechen auf das gesamte Portfolio ab, während das Volumen der Fashion-Marken für stetige Umsätze und starke Präsenz in Geschäften rund um den Globus sorgt.
Wie wichtig ist Marketing für die Movado Group?
Marketing ist entscheidend. In einem vollen Markt ist es das, was die Marken – von den luxuriösen Schweizer Linien bis zu den zugänglichen Fashion-Modellen – präsent hält. Das Unternehmen investiert viel, damit seine Uhren an den richtigen Orten, an den richtigen Personen und mit der passenden Botschaft gesehen werden.
Um es zu beziffern: Die Marketingausgaben des Unternehmens erreichten zuletzt 19.2% der Nettoumsätze – ein spürbarer Anstieg gegenüber früheren Jahren. Das ist nicht einfach Lärm, sondern eine kalkulierte Investition in aufmerksamkeitsstarke Kampagnen, Promi-Botschafter und eine starke digitale Präsenz. So entsteht jene Markenwahrnehmung, die Kunden überzeugt, sich für eine Uhr der Movado Group zu entscheiden. Wenn Sie sich für die Zahlen interessieren, können Sie tiefer in die jährlichen Berichte an Aktionäre einsteigen.